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400 Jahre Dreißigjähriger Krieg in Leipzig und der Region - „Je weniger Klingen – je größere Herzen“

Pressemitteilung   •   Apr 26, 2018 11:05 CEST

Die Organisatoren des Projekts "Je weniger Klingen - je größere Herzen" präsentieren das Werbematerial

Es ist eine der verheerendsten Katastrophen, die sich zwischen Elbe und Mulde zugetragen hat: der Dreißigjährige Krieg von 1618 bis 1648. Am 23. März 2018 jährte sich der Beginn des tragischen Geschehens zum 400. Mal. Mit der Schaffung von aufwändig gestalteten Sonderausstellungen unter dem Titel „Je weniger Klingen – je größere Herzen“ werden in den Museen der nordsächsischen Städte Torgau, Delitzsch, Eilenburg, Bad Düben und Taucha die Ereignisse des Krieges dargestellt und von verschiedenen Sichtweisen beleuchtet. 

Es ist ein Gemeinschaftsprojekt der fünf ausstellenden Museen und der Krostitzer Brauerei, die zu einer der ältesten Brauereien Deutschlands zählt. "Unser Ur-Krostitzer Bier ist mit einer historischen Gestalt aus dem Dreißigjährigen Krieg unmittelbar verbunden“, erläuterte Wolfgang Welter, Geschäftsführer der Krostitzer Brauerei. Schwedenkönig Gustav Adolf, einer der wichtigsten Persönlichkeiten im Dreißigjährigen Krieg, war am 6. September 1631 mit seinen Truppen in Richtung Leipzig unterwegs. Im Ort Crostitz bekam er sein lang ersehntes Bier ausgeschenkt. Als Dank für diese Geste schenkte der König dem Braumeister einen rubinbesetzten Goldring. Danach zog Gustav Adolf weiter und siegte am nächsten Tag in der Schlacht bei Breitenfeld. Aufgrund dieses Aufenthalts erlangte das Krostitzer Bier sein Markenzeichen, den Schwedenkopf, der auch das Flaschenetikett des Ur-Krostitzer-Bieres ziert. "Daher war es uns eine angenehme Verpflichtung, diesem engagierten Projekt 'Je weniger Klingen - je größere Herzen' unsere Unterstützung zuzusagen“, verdeutlichte Welter. Das Unternehmen leistet sowohl finanzielle als auch werbliche Unterstützung. Die Brauerei stellt ebenfalls Räumlichkeiten für begleitende Veranstaltungen und Kolloquien zur Verfügung.

Am 5. Mai 2018 um 19 Uhr wird die Sonderausstellung  "Friedensgedenken“ von der Dübener Kurrende und der Martin-Rinckart-Kantorei mit einem gemeinsamen Abendsingen in der Eilenburger St. Nikolaus-Kirche eröffnet. Dem Einführungsvortrag folgt das Konzert, in dem Lieder des 17. Jahrhunderts zum Thema "Frieden“ und dem Dreißigjährigen Krieg gespielt werden.

"Streit um Glaube und Macht – Das Heerwesen im Dreißigjährigen Krieg“ – so heißt die Ausstellung, die vom 2. Juni bis 19. Dezember 2018 in Dölitz/Leipzig im Barockgebäude des Torhauses Dölitz zu sehen ist. Hier werden mit Zinnfiguren und Grafiken Szenen aus dem militärischen Leben gezeigt. Schwerpunkt bilden dabei einige Schaukästen zur Stadtgeschichte bzw. der näheren Umgebung von Leipzig. Das Zinnfigurenmuseum gehört zu den größten Museen seiner Art in Europa, in dem auf drei Etagen über 100.000 Zinnfiguren präsentiert werden.

Weitere Ausstellungen:

- „Wissen für die Zukunft?“ - Landschaftsmuseum der Dübener Heide, Burg Düben (27.05.-31.10.18)

- „Kampf und Leid“ - Museum Barockschloss Delitzsch (19.05.-28.10.18)

- „Friedenssehnsucht“ - Stadtmuseum Eilenburg (13.05.-31.10.18)

-„Des Krieges Buchstaben“ - Städtisches Museum Taucha (25.05-28.10.18)

- „Die Schweden kommen“ - Stadt- und Kulturgeschichtliches Museum Torgau (26.05.-28.10.18)

- „Der Dreißigjährige Krieg und seine Drucksachen“ - Bibliotheca Albertina, Leipzig (25.05.-02.09.18)

- „Söldner schrecken Seuchen. Franken und Böhmen in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges“ - Fränkische Schweiz-Museum Tüchersfeld (24.03.-23.09.18)

Das Kolloquium „Je weniger Klingen – je größere Herzen – Gedenken–Erinnern–Aufrütteln“ wird am 18. März 2018 von 9:30 bis 19 Uhr durch die Krostitzer Brauerei im Gustav-Adolf-Saal durchgeführt. Die Themen sind u.a. „Der Dreißigjährige Krieg als Motor der Staatsbildung?“, „Die Stadt Torgau während des Dreißigjährigen Krieges“ und „Leben & Wirken von Gustav II. Adolf von Schweden“. Die Teilnahme erfolgt auf Einladung.

Eine attraktive Übersicht zu den Sonderausstellungen bietet eine aufwändig gestaltete Broschüre, die kostenlos u.a. in der Tourist Information Leipzig und in den beteiligten Museen erhältlich ist.

Hintergrund: Vor 400 Jahren löste der Prager Fenstersturz einen Krieg aus, der ganz Europa in Mitleidenschaft zog. Protestantische Adlige stürmten am 23. Mai 1618 die Burg von Prag und warfen die Statthalter samt Sekretär aus dem Fenster. Die aufgestaute Wut über die permanente Einschränkung der Religionsfreiheit und die Unterdrückung durch die katholischen Machthaber war groß. Die Beamten des Königs kamen dank eines Misthaufens unter dem Fenster mit dem Schrecken davon. Für Europa war dies jedoch der Auslöser für einen der längsten und blutigsten Kriege. Ganz im Mittelpunkt des Geschehens standen Leipzig und die Region. Der Konflikt war einerseits Glaubenskrieg zwischen der Katholischen Liga und der Protestantischen Union und gleichzeitig ein Kampf um die Vorherrschaft im Heiligen Römischen Reich. Der Krieg stellte durch seine Brutalität, die lange Dauer, das unsägliche Leid der Zivilbevölkerung und die mit dem Krieg einhergehenden Hungersnöte und Seuchen alles bis zu diesem Zeitpunkt Dagewesene in den Schatten. Weite Landstriche in ganz Mitteleuropa wurden verwüstet und teilweise bis zu 65 Prozent entvölkert. 1646 wurde in Eilenburg für Kursachsen Frieden geschlossen, der auch zum finalen Westfälischen Frieden von 1848 in Deutschland führte.

Weitere Informationen: www.netzwerk-dreissigjaehriger-krieg.de

Redaktion: Frederike Fuhrmann

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