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Tschechisch-deutsches Residenzprogramm in Leipzig startet mit Petr Borkovec

News   •   Sep 10, 2018 15:55 CEST

Petr Borkovec (m.) wurde im Neuen Rathaus in Leipzig herzlich begrüßt - Foto: Sandra Rath

Tschechien wird zur Leipziger Buchmesse 2019 vom 21. bis 24. März 2019 Gastland sein. Im Vorfeld dieses Messe-Ereignisses stimmt das tschechisch-deutsche Residenzprogramm auf die literarische Kooperation ein. 

Im Neuen Rathaus wurde am 10. September 2018 durch Dr. Skadi Jennicke (Bürgermeisterin und Beigeordnete für Kultur der Stadt Leipzig), Oliver Zille (Direktor der Leipziger Buchmesse) und Martin Krafl (Programmkoordinator des Gastlandes Tschechien) der erste tschechische Stipendiat Petr Borkovec in Leipzig begrüßt. Das tschechisch-deutsche Residenzprogramm gibt insgesamt fünf tschechischen und fünf deutschen Autoren Gelegenheit, jeweils einen Monat in den Partnerstädten Leipzig bzw. Brünn zu verbringen.

Dr. Skadi Jennicke unterstrich: „Den internationalen Kulturaustausch weiter voranzubringen und Kulturschaffenden die Chance zu geben, die internationale Kulturszene kennenzulernen, ist eine Zukunftsaufgabe der Leipziger Kulturpolitik. Deshalb freue ich mich sehr, dass das Residenzprojekt gemeinsam mit engagierten Partnern Wirklichkeit geworden ist.“

Petr Borkovec, geboren 1970 im mittelböhmischen Louňovice pod Blaníkem, ist einer der renommiertesten Dichter Tschechiens, literarischer Übersetzer und Kulturredakteur. Für sein Werk wurde er mehrfach ausgezeichnet, darunter mit dem Jiří Orten Preis (1995) und mit dem Hubert Burda Preis für junge Lyrik (2002). Sein Buch „Lido di Dante“ wird anlässlich des Gastlandauftritts Tschechiens bei der Leipziger Buchmesse 2019 ins Deutsche übersetzt und erscheint im Herbst in der Edition Korrespondenzen.

Im Leipziger Residenzaufenthalt sieht Petr Borkovec die Chance, gewohnte Abläufe durchbrechen zu können und sich wie in einer eigenen Werkstatt ganz auf die schöpferische Arbeit zu besinnen: „Besonders Stille und längere ungestörte Konzentration verleiht allem eine multiple Bedeutung und schärfere Konturen. Ein Blick aus dem Fenster in die Reichsstraße, eine halbe Stunde zum neuen Uni-Campus oder ein kurzes Gespräch mit einem müden Barkeeper in Connewitz reichen mir, und ich gewinne so viele Eindrücke, um neu inspiriert zu sein.“

Nach Petr Borkovec folgt im Oktober Jaromír Typlt, preisgekrönter Literat und Künstler, der zudem als Übersetzer ins Deutsche tätig ist. Kateřina Tučková, eine der erfolgreichsten tschechischen Schriftstellerinnen, kommt im November nach Leipzig. Iva Pekárková ist Stipendiatin im Dezember und wird in Leipzig an ihrem Roman über Kindheit und Jugend in der sozialistischen Tschechoslowakei arbeiten. Im Januar 2019 schließt Lucie Lomová, eine der bekanntesten Comic-Zeichnerinnen Tschechiens, das Residenzprogramm in Leipzig ab.

Oliver Zille betonte: „In den kommenden Monaten tauchen Autoren aus Tschechien und Deutschland in die jeweils anderen Kulturen ein. Daraus werden sicherlich zahlreiche spannende Geschichten entstehen, die voneinander mehr erzählen, als eine fiktive Story es jemals leisten kann. Das Residenzprogramm ist das beste Beispiel, um zu zeigen, was mittels Literatur gelingt: neue Einblicke geben, füreinander Verständnis schaffen und letztendlich damit Grenzen überwinden. Das Residenzprogramm ist der ideale Auftakt für den Auftritt unseres Buchmesse-Gastlands Tschechien.“

Weitere Informationen: www.ahojleipzig2019.de

Redaktion: Sandra Rath