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Spektakuläre Schenkung von Dr. Heribert Meurer: 200 Objekte frühchinesischer Keramik.

News   •   Apr 28, 2017 15:58 CEST

Frühchinesische Ausstellungsstücke und Stücke des 20. und 21. Jahrhunderts

Seit dem 22. April 2017 zeigt das GRASSI Museum für Angewandte Kunst Leipzig mehr als 200 Objekte frühchinesischer Keramik. Einen Großteil davon stellte der Stuttgarter Kunsthistoriker und Sammler Dr. Heribert Meurer dem Museum zur Verfügung. Inszeniert werden die einzigartigen und zum Teil über 3.000 Jahre alten frühchinesischen Keramiken in der prachtvollen Art déco-Pfeilerhalle des Museums. Darüber hinaus können die Besucher etwa 100 Keramiken des 20. und 21. Jahrhunderts bewundern. Von Silvia Gaetti, der Kuratorin für frühchinesische Keramik, wurden einige dieser Stücke unter die Sammlung Meurers gemischt. So werden die Besucher eingeladen, selbst zu erraten, ob die Stücke vor ihren Augen bereits 3.000 Jahre alt sind oder aus dem vergangenen Jahrhundert stammen.

Das Museum erhielt mit der Eröffnung der Ausstellung die umfassende und qualitätsvolle Sammlung frühchinesischer Keramiken aus der Zeit zwischen der Zhou- bis zur Yuan-Dynastie (ca. 1050 v. Chr. bis 1368 n. Chr.) aus den Händen des süddeutschen Sammlers Dr. Heribert Meurer als Schenkung. Diese Sammlung bereichert und ergänzt die bisherigen Museums­bestände. Ursprünge und Entwicklung von Keramik und Porzellan sind anhand dieser Kunstobjekte vorzüglich nachvollziehbar.

Die Zeitspanne, die in der Ausstellung präsentiert wird, stellt für China die „goldene Zeit der Keramikentwicklung“ dar. Hier ist die Vielfalt an keramischen Erzeugnissen, Variationen und Glasuren enorm und die technische Entwicklung für die damaligen Zeitverhältnisse beeindruckend. Viele der frühchinesischen Gegen­stände nehmen moderne Formen und Glasuren vorweg. Vor allem die Tang-, Song- und Yuan-Glasuren wirken heute mit ihren Laufglasuren, minimalistischen und eleganten Formen zeitlos.

Zu den frühchinesischen Keramiken sind daher Arbeiten einiger zeitgenössischer Keramikkünstler wie z.B. Richard Bampi, Horst Kerstan, Lucie Rie, Karl und Ursula Scheid und Ralf Busz in Beziehung gestellt. Einflüsse frühchinesischer Keramik und Referenzen an diese werden bei den Künstlern unverkennbar deutlich.

Chinesische Keramik wurde in China schon relativ früh gesammelt und als hohe Kunst am Kaiserhof wahrgenommen. Zwischen einzelnen chinesischen Produktionsorten gab es dabei deutliche Unterschiede in Qualität und Ausführung. Lediglich einige Orte verfügten über das Privileg, für den Kaiser produzieren zu dürfen.

Die faszinierende Ausstellung ist im Zeitraum vom 22. April bis 14. Oktober 2017 jeweils Dienstag bis Sonntag von 10 - 18 Uhr geöffnet. Eintritt: 8 Euro (bis 18 Jahre frei)

Zur Ausstellung erscheint ein Bestandskatalog bei Arnoldsche Verlag (312 Seiten, ca. 680 Abbildungen, 78 Euro)

Weitere Informationen: www.grassimuseum.de

Redaktion: Stefanie Naumann