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Sonderausstellung: Thilo von Trotha – Merseburgs legendärer Kirchenfürst

News   •   Aug 21, 2014 16:51 CEST

Kein Besucher Merseburgs kann die Spuren, die Bischof Thilo von Trotha hinterlassen hat, übersehen. Fast 50 Jahre – 1466 bis 1514 – wurde das Bistum Merseburg von ihm geführt. Als Kirchenfürst und Landesherr gelang es ihm wie keinem zweiten Merseburger Bischof, die Stadt und ihr Umland nachhaltig zu prägen. Grund genug für die Vereinigten Domstifter, den Landkreis Saalekreis und die Stadt Merseburg, Bischof Thilo anlässlich seines 500. Todestages erstmals eine große Ausstellung zu widmen.

Die Ausstellung findet vom 10. August bis zum 02. November 2014 an den authentischen Lebens- und Wirkungsorten des Bischofs im Dom-Schloss-Ensemble statt. Thilo von Trotha gehört zu den bekanntesten Merseburger Bischöfen. Dies geht vor allem auf die Rabensage zurück, die ihn bis heute unsterblich macht. Einst soll er seinen Bischofsring vermisst haben und daraufhin, vorschnell urteilend, seinen Diener Johann hinrichten lassen. Später fand man den Ring im Nest eines Raben. Aus diesem Anlass nahm Thilo von Trotha zur ewigen Mahnung einen Raben mit einem goldenen Ring im Schnabel in sein Wappen auf und bestimmte, dass für ewige Zeiten ein Rabe im Merseburger Schloss gefangen zu halten sei. Dieses sagenhafte Bild des Merseburger Bischofs findet seine Bestätigung in zahlreichen zeitgenössischen Schilderungen, die ihn als entschlossen zupackenden Landesherrn kennzeichnen, der keinem Streit aus dem Weg ging.

Die Bischofs-Biographie wird anhand ausgewählter Stationen kompakt vor Augen geführt. Das Spektrum der Exponate reicht von Pretiosen aus den Domschätzen in Minden, Würzburg, Speyer, Bautzen und Halberstadt, kostbaren Mitren aus dem Rüstkammer-Bestand der Staatlichen Kunst-sammlungen in Dresden, verschiedensten Skulpturen, Gemälden, Handschriften bis hin zu Frühdrucken und Tafelbildern aus den unterschiedlichsten Sammlungen und Beständen der Vereinigten Domstifter. Erstmals werden zudem zentrale Dokumente der Frömmigkeit, der Bautätigkeit und der Landesherrschaft präsentiert, die wesentliche Einsichten in die Funktionsweise einer bischöflichen Herrschaft am Vorabend der Reformation erlauben.

Im Übrigen: Thilo von Trotha studierte an der Universität Leipzig. Als Merseburger Bischof war er später Kanzler der Universität und gewann dadurch gelehrtes Personal für seinen Rat und das Domkapitel.

Weiterführende Informationen zur Ausstellung sowie zu Dom und Schloss Merseburg gibt es unter www.merseburg2014.de