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Neuer Kunstankauf im GRASSI Museum für Angewandte Kunst ab 6. Oktober 2018 zu besichtigen

News   •   Okt 05, 2018 16:44 CEST

Museumsdirektor Dr. Olaf Thormann (r.) präsentiert den Kunstankauf gemeinsam mit Sammler Werner Bünck - Foto: Sandra Rath

Ab dem 6. Oktober 2018 sind im GRASSI Museum für Angewandte Kunst in Leipzig 39 neue Keramik-, Glas- und Metallobjekte des Künstlers Christopher Dresser zu besichtigen. Die Exponate der Ständigen Ausstellung "Antike bis Historismus" wurden mit der Hilfe der Doris-Günther-Stiftung Leipzig aus der Privatsammlung von Werner Bünck angekauft. Die Stiftung unterstützt das GRASSI Museum für Angewandte Kunst seit Jahren mit gezielten Ankäufen von exklusivem Kunsthandwerk auf höchstem Niveau, die die internationale Reputation des Hauses fördern.

Der britische Avantgarde-Designer Christopher Dresser (1834 – 1904) gilt als Pionier des Industriedesigns und als Vorbote der Moderne. Lange schwankte er zwischen der Kunst und der Beschäftigung mit Botanik, verfasste mehrere Bücher sowohl zu Kunstfragen als auch zu Themen der Pflanzenkunde. 1860 erhielt Christopher Dresser die Ehrendoktorwürde der Universität Jena. Nachdem er sich im selben Jahr vergeblich für den Botanik-Lehrstuhl an der University of London bewarb, gründete er ein eigenes Atelier.

Von Anfang an entwarf Christopher Dresser Formen, die sich seriell fertigen lassen. Dresser wurde so quasi zum Vater des Industriedesigns. Er lieferte für mehr als 50 Unternehmen Entwürfe für Metall-, Glas- und Keramikobjekte. Im Gegensatz zu den Kunsthandwerkern der Arts & Crafts Bewegung schien für Christopher Dresser sehr wohl die Verbindung von industrieller Serienfertigung und hochwertigem Design möglich. Seine Entwürfe sind nicht nur ihrer eigenen Zeit voraus, sondern weisen in ihrer künstlerischen Auffassung weit in die Zukunft. Durch seine Kenntnis des japanischen Kunsthandwerks und seine Begeisterung für dessen klare Formen sind die von Dresser entworfenen Gefäße und Gegenstände schlicht und streng geometrisch konstruiert. Viele der bereits ab den 1860er Jahren entworfenen Metallgeräte scheinen den Funktionalismus der 1920er Jahre vorwegzunehmen.

Der Hildesheimer Metallkünstler und Keramiker Werner Bünck hat sich intensiv mit dem Werk Dressers beschäftigt und über viele Jahre hinweg eine bedeutende Sammlung seiner Arbeiten aufgebaut. Aus seinem Eigentum konnten die Dresser-Arbeiten für Leipzig erworben werden. Sie werden jetzt in drei speziell neu dafür gefertigten Vitrinen in der Dauerausstellung präsentiert. Das Konzept für die Umgestaltung des Ausstellungsraumes Gestaltung des Raumes lag bei Jürgen Böhme.

Weitere Informationen: www.grassimuseum.de/ausstellungen

Redaktion: Sandra Rath