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Neue Ausstellungen im Museum der bildenden Künste

News   •   Mai 30, 2018 17:17 CEST

Museum derbildenden Künste Leipzig- "Nelly" - Bühnenbild © Anna-Maria Ebermann

Im Museum der bildenden Künste Leipzig sind ab dem 30. Mai 2018 um 18 Uhr zwei neue Ausstellungen zu bestaunen. Die Installation „Nelly“ zeigt die Entstehung und das Ergebnis außergewöhnlicher Bühnenbildproduktionen. Die Ausstellung „Reality Virtual Reality“ ist ein Zusammenspiel realer und virtueller Skulpturen.

Hinter der Installation „Nelly“ steht ein Projekt des Staatsschauspiels Dresden, in welchem die Schauspieler während der Aufführung ihr eigenes Bühnenbild malen. Das Bühnenbild entsteht nach einem Entwurf des Künstlers Tilo Baumgärtel, der das Projekt künstlerisch betreut. Von ihm erhielten alle Schauspieler vor Projektbeginn einen Malkurs. Begleitet wird die Aufführung außerdem durch bewegte Bilder, die das Bühnenbild ergänzen und lebendig machen. Durch sie nimmt der Künstler aktiv an jeder Vorstellung teil.
„Nelly“ ist die zentrale Figur der Schauspielaufführung. Sie basiert auf Dostojewskis Roman „Erniedrigte und Beleidigte“ und wurde von Sebastian Hartmann für die Bühne in Dresden inszeniert.
Bei der Ausstellung wird neben dem Bühnenbild und den darauf projizierten bewegten Bildern, ein Film von Tilo Baumgärtel gezeigt, der Einblicke in den Entstehungsprozess des Bildes gibt. Sie wird bis zum 24. Juni 2018 im Museum der bildenden Künste geöffnet sein.

Bei der Ausstellung „Reality Virtual Reality“ stehen die Künstler Paul McCarthy und Christian Lemmerz im Fokus. McCarthys Virtual-Reality-Arbeit „CSSC, VR experiment Mary and Eve“ basiert auf seinem Film „Coach Stage Stage Coach“. Sie zeigt die beiden Filmcharaktere Mary und Eve, die gemeinsam mit ihren Doppelgängerinnen eine Atmosphäre ständiger Überwachung schaffen und den Betrachter in ein bösartiges Psychospiel ziehen. Was zuerst als eine traumhafte Disney-Welt erscheint, eskaliert in einem psychosexuellen Prozess. Neben diesem Werk wird zudem McCarthys über vier Meter hohe Skulptur „CSSC, Frederic Remington Charles Bronson“ präsentiert, welche den Film reflektiert.
In der Virtual-Reality-Arbeit „La Apparizone“ von Lemmerz sieht sich der Betrachter mit dem gekreuzigten, aber kreuzlosen Christus konfrontiert. Schwebend in vollkommener Dunkelheit steht der Betrachter unter dem goldenen Korpus mit blutenden Wunden. Die Darstellung der Figur wechselt zwischen dem überlieferten Christusbild und zeitgenössischen, vulgären Bodybuilder-Impressionen. Begleitend sind Lemmerts Marmorskulptur „Katrina“ und drei große Zeichnungen zu sehen, die ebenfalls dem Kreuzigungsthema gewidmet sind.

Christian Lemmerz und Paul McCarthy haben ihre Virtual-Reality-Arbeiten in Zusammenarbeit mit Khora Contemporary in Kopenhagen realisiert. Das Institut wurde 2016 gegründet und widmet sich der Erforschung der Einsatzmöglichkeiten der neuen Technik in der bildenden Kunst. Künstler werden zu Projekten eingeladen und bei deren Umsetzung unterstützt. Khora Contemporary und die Faurschour Foundation haben die Ausstellung „Reality Virtual Reality“ ermöglicht, die bis zum 26. August im Museum der bildenden Künste präsentiert wird.

Weitere Informationen: www.mdbk.de

Redaktion: Anna-Maria Ebermann