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Neue Ausstellung im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig: „Ab morgen Kameraden! Armee der Einheit“

News   •   Mär 24, 2017 14:50 CET

Raum in der Sonderausstellung "Ab morgen Kameraden! Armee der Einheit"

„Sie sind ab 3. Oktober 1990, 00:00 Uhr, Soldaten bzw. Zivilangestellte der Bundeswehr ...“ Diesen Tagesbefehl verkündete Rainer Eppelmann, Minister für Abrüstung und Verteidigung in der DDR, am 2. Oktober 1990 an die Nationale Volksarmee (NVA). Die deutsche Wiedervereinigung führt 1989/90 zu einem historisch einmaligen Vorgang: Die Nationale Volksarmee der DDR löst sich auf und wird in die Bundeswehr der Bundesrepublik Deutschland eingegliedert. Aus zwei bis dahin verfeindeten Armeen entsteht eine gemeinsame deutsche Streitmacht. Vom 17. März bis 10. September 2017 beleuchtet die neue Ausstellung im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig mit rund 500 Objekten und zahlreichen Medien die zentralen Aspekte der Zusammenführung von Bundeswehr und Nationaler Volksarmee. Der Eintritt ist frei.

Dr. Jürgen Reiche, Direktor des Zeitgenössischen Forums in Leipzig beschreibt die Eingliederung der Nationalen Volksarmee in die Bundeswehr als "... eines der wohl wichtigsten Ereignisse der deutschen Nachkriegsgeschichte. Ein Prozess ohne Vorbild in der Geschichte."

Während des Kalten Krieges standen sich zwei hochgerüstete deutsche Streitkräfte gegenüber. Im Westen die Bundeswehr, eingebunden in das Nordatlantische Verteidigungsbündnis (NATO) und im Osten die Nationale Volksarmee der DDR als Teil des Warschauer Pakts. Die Wiedervereinigung und somit auch der Zerfall des Ostblocks und die deutsche Einheit beenden diese jahrzehntelange Konfrontation. Die Siegermächte des Zweiten Weltkriegs und die beiden deutschen Staaten regeln im Zwei-plus-Vier-Vertrag die Rahmenbedingungen für die Streitkräfte des vereinten Deutschland. Das Ende der NVA wurde mit diesem Vertrag besiegelt. Der Vertrag beschließt, dass die Bundeswehr als einzige deutsche Armee auf eine Truppenstärke von 370.000 Mann beschränkt wird und Deutschland der NATO als Mitglied erhalten bleibt.

Das Bundeswehrkommando Ost erhält den Auftrag, Angehörige der ehemaligen NVA einzugliedern, Standorte zu schließen und Waffen zu zerstören. Insgesamt werden dauerhaft rund 11.000 Soldaten und Offiziere der NVA in die
Bundeswehr übernommen. In der „Armee der Einheit“ treffen erstmals Soldaten aus Ost und West aufeinander. Sie überwinden alte Feindbilder - für viele unerwartet schnell. Zugleich steht das wiedervereinte Deutschland vor neuen Herausforderungen in einem veränderten internationalen Umfeld. Einsätze außerhalb des NATO-Gebiets lösen intensive Debatten aus. Die neue Kameradschaft bewährt sich auch in schweren Einsätzen. 

Die Ausstellung hat Dienstag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr und Samstag, Sonntag und Feietage von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Weitere Informationen: www.hdg.de

Redaktion: Laura Sewing