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Historischer Leipzig-Kalender 2018 „Wohnen in Leipzig um 1900“

News   •   Okt 27, 2017 12:40 CEST

Volker Bremer und Marit Schulz (LTM GmbH) präsentieren gemeinsam mit Dr. Volker Rodekamp (Stadtgeschichtliches Museum Leipzig) vor dem Gewandhaus den Historischen Kalender 2018

Die 17. Ausgabe des beliebten historischen Leipzig-Kalenders ist erschienen. Unter dem Titel „Wohnen in Leipzig um 1900“ widmet sich der Jahresbegleiter für 2018 den Wohnbauten um die Jahrhundertwende. Dreizehn großformatige Motive, entstanden in der Zeit zwischen 1866 und 1920, werfen einen Blick auf den gründerzeitlichen Bauboom: Prächtige Villen und Mehrfamilienhäuser in verschiedenen Stadtteilen sind ebenso vertreten wie die Gartenvorstadt Marienbrunn, Schloss Abtnaundorf oder die Meyer’schen Häuser. Der Kalender besitzt das Hochformat 40 x 50 cm und ist für 19 Euro im Leipziger Buchhandel, in der Tourist-Information (Katharinenstraße 8) sowie in vielen Konsum-Filialen erhältlich. Er wird von der Leipzig Tourismus und Marketing (LTM) GmbH in Kooperation mit dem Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig herausgegeben.

Mit der steigenden Bedeutung Leipzigs als Industrie- und Handelsstandort in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wuchs die Einwohnerzahl rasant an – und damit auch der Bedarf an Wohnraum. Mit dem Bauboom um die Jahrhundertwende entwickelten sich die Vororte und eingemeindeten Dörfer zu aufstrebenden Stadtvierteln – vor allem nördlich und südlich des historischen Stadtkerns entstanden beeindruckende Gründerzeitviertel in Jugendstilarchitektur. Der Wohlstand der Fabrikbesitzer und Kaufleute spiegelte sich in den repräsentativen Wohnbauten und Villen mit ihren reich gegliederten und dekorativ gestalteten Fassaden wider. So zeigt der Kalender unter anderem die Villa Gustav-Adolph-Straße 19, nur eines von zahlreichen Kulturdenkmalen im Waldstraßenviertel, oder die Villa Ackermann in der Lortzingstraße 19 – heute als Mehrfamilien-Wohnhaus genutzt. Doch auch dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer gefallene Objekte finden sich in dem Jahresbegleiter, so beispielsweise die Villa Philipp auf dem Areal des heutigen Polizeireviers Südost in der Richard-Lehmann-Straße, Ecke August-Bebel-Straße.

Dem Wohlstand der Kaufleute gegenüber standen die sozial schwächeren Familien, die häufig auf engstem Raum in einzelnen Zimmern zusammenlebten.

Private Initiativen, wie zum Beispiel die des Verlegers Herrmann Julius Meyer, verbesserten die Situation durch Wohnkolonien, deren Bau nach 1910 einen enormen Aufschwung erlebte. In offenen, meist durchgrünten Anlagen entstanden preisgünstige und moderne Quartiere für Arbeiterfamilien.

Die meisten der dreizehn atmosphärischen Schwarz-Weiß-Bilder stammen aus dem Atelier Hermann Walters, eines namhaften Leipziger Fotografen der damaligen Zeit. Informative Kurztexte vermitteln interessante und wissenswerte Hintergründe zu jedem Motiv und verorten es im damaligen Zeitgeschehen.

Weitere Informationen: www.leipzig.travel/historischerkalender

Redaktion: Jutta Amann und Franziska Beier