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GRASSI Museum für Angewandte Kunst präsentiert „JASPER MORRISON. THINGNESS“ sowie „DELFT PORCELAIN. Europäische Fayencen“

News   •   Dez 12, 2017 12:57 CET

GRASSI Museum für Angewandte Kunst Leipzig - Ausstellung "JASPER MORRISON. THINGNESS"

Das GRASSI Museum für Angewandte Kunst Leipzig präsentiert bis zum 6. Mai 2018 zwei neue Sonderausstellungen. Gezeigt werden die erste Retrospektive des renommierten Designers Jasper Morrison in „JASPER MORRISON. THINGNESS“ sowie ein außergewöhnlich umfangreicher Bestand an kunsthandwerklicher Keramik in „DELFT PORCELAIN. Europäische Fayencen“ aus dem 17. und 18. Jahrhundert.

„JASPER MORRISON. THINGNESS“ (dt. „Dinghaftigkeit“) vereint Schlüsselmomente aus dem über 35-jährigen Schaffen des weltweit bekannten Designers. Im Jahr 2016 wurde Jasper Morrison von der Zeitschrift A & W zum „Designer des Jahres“ gekürt, eine der anerkanntesten Auszeichnungen der Designerszene. Für den Produktdesigner zeichnet sich gutes und langlebiges Design durch funktionale Aspekte und eine bewusste gestalterische Zurückhaltung aus. Seine Entwürfe vereinen einfachste Formen mit maximalem Komfort. Seit 2005 definiert und prägt Morrison seine Gestaltungsprinzipien mit dem Begriff „supernormal“. Der Designer beschreibt damit Objekte, die sich auf Grund ihrer benutzerfreundlichen, zeitlosen Gestaltung bewähren, ohne dass dabei überflüssiger Dekor oder extreme Formen vordergründig sind.

In der Ausstellung werden in chronologischer Abfolge Stühle, Sessel, Trink­gläser, Leuchten, Schuhe und Heimelektronik gezeigt. Speziell für die Leipziger Präsentation fügte Morrison seine aktuellsten Entwürfe aus dem Jahr 2017 hinzu - vom neuen Lamy-Schreibgerät über seine Sandalen-Entwürfe für die spanische Firma Camper bis hin zur Brillenkollektion für Jins Co (Japan). Archiv- und Bildmaterial ergänzen die Präsentation und bieten Einblicke in verschiedene Zeitabschnitte.

Zusätzlich wird ebenfalls bis zum 6. Mai 2018 eine weitere Sonderausstellung gezeigt. Mit „DELFT PORCELAIN. Europäische Fayencen“ präsentiert das GRASSI Museum für Angewandte Kunst Leipzig einen bedeutenden, gleichwohl bisher nur wenig beachteten und ausgestellten Sammlungsbestand: Europäische Fayencen der unterschiedlichsten Manufakturen und Länder aus dem 17. bis zum 18. Jahrhundert.

Der Bestand des Museums an kunsthandwerklicher Keramik ist außergewöhnlich umfangreich und qualitativ herausragend. Seit der Eröffnung des Museums im Jahre 1874 wurden Fayencen kontinuierlich gesammelt, so dass die Kollektion heute rund 540 Geschirre und ca. 145 Fliesen nahezu aller bedeutenden Manufakturen umfasst. 2014 konnte eine aus 55 Objekten bestehende Sammlung französischer Fayencen als Schenkung für das Museum erworben werden. In der Ausstellung werden diese Fayencen zum ersten Mal umfassend der Öffentlichkeit vorgestellt.

Seit dem 17. Jahrhundert waren Fayencen äußerst begehrt. Sie gehörten sowohl beim Adel als auch beim gehobenen Bürgertum zum festen Bestandteil einer exklusiven Innenraumausstattung. Vermögende Bürger und Aristokraten bestellten große Deckelvasen und Prunkgefäße sowie repräsentative Keramik-Geschirre, die teilweise mit dem Familienwappen bemalt waren. Die oft aufwändig gearbeiteten Kunstwerke sind bis heute Belege einer der ideenreichsten Epochen der europäischen Kunst- und Kulturgeschichte.

In der Ausstellung können Besucher an der Entstehung eines großen Fliesenbildes mitwirken. Fliese für Fliese wächst ein ornamentales Gemeinschaftswerk in Weiß und Blau. Am Ende der Ausstellungszeit können die Besucher ihr eigenes Fliesen-Puzzlestück abholen und es seiner neuen Verwendung zukommen lassen. 

Anlässlich der Ausstellung erscheint im Passage Verlag eine wissenschaftliche Publikation, die erstmals einen umfassenden Überblick über den Bestand und die Verluste an europäischen Fayencen im GRASSI Museum für Angewandte Kunst Leipzig bietet. Der Katalog ist für 25 Euro im Museumsshop oder im Buchhandel erhältlich.

Weitere Informationen: www.grassimuseum.de

Redaktion: Franziska Beier