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Einzigartige Videoinstallationen lassen die Besucher im Kunstkraftwerk Leipzig ein Teil der Kunst werden

News   •   Sep 23, 2016 14:35 CEST

Blick in die Videoinstallation "Hundertwasser Experience", kreiert aus Werken des Künstlers Friedensreich Hundertwasser

Vom 24. September 2016 bis zum 24. August 2017 sind im Kunstkraftwerk Leipzig zwei einzigartige Videoinstallationen der italienischen Künstlergruppe Immersive Art Factory zu erleben. "Hundertwasser Experience" und "WERK in Progress" heißen die beiden Werke, die sich unter dem Gesichtspunkt "Transformation" miteinander in Verbindung setzen lassen. Das Thema "ideale Stadt" wird in der "Hundertwasser Experience" aufgegriffen und das Thema "Industriewelten" in "WERK in Progress". Besucher können die immersiven Kunstaufführungen an ausgewählten Tagen von 10 bis 18 Uhr erleben. Tickets sind ab 5 Euro erhältlich.

Für die "Hundertwasser Experience" haben die Künstler unter der Leitung von Gianfranco Iannuzzi eine Maschinenhalle des ehemaligen Gaswerks in eine farbenfrohe "Hundertwasser-Welt" verwandelt. Das Werk des Künstlers Friedensreich Hundertwasser (1928-2000) wurde mit modernster Software animiert und akustisch untermalt von der Musik Luca Longobardis in einer 20-minütigen Multimedia-Show kunstvoll umgesetzt. Dabei verschmelzen Raum und Werk in einer einzigartigen Symbiose miteinander und machen die Besucher zum Teil des Geschehens. „Ich möchte das Publikum wegbringen von der klassischen Rezeptionshaltung. Ich stelle es ins Zentrum des Werks, wie auf eine riesige Bühne, so dass es zur Show dazugehört“, erklärt Gianfranco Iannuzzi, der seit den 1980er Jahren zu den Pionieren der Kunstgattung immersive art gehört. Als immersive art wird das "Eintauchen" in die Kunst bezeichnet, durch welche der Betrachter ein Teil ebendieser wird. Insgesamt 1.750 Quadratmeter Fläche wurden zu Projektionsflächen für 48 Beamer. Diese lassen auf den Wänden und dem Boden der Halle aus rundum laufenden Gemälden, Fotos von Häusern und Portraits des Künstlers eine neuartige 360-Grad-Realität entstehen.

Die Verbindung zwischen Industrie-Archäologie und zeitgenössischer Kunst setzt das Künstler-Kollektiv im Nachbargebäude um. Parallel zur „Hundertwasser-Expierence“ entstand hier das Multimedia-Projekt „WERK in Progress“, das Geschichte und ehemalige Protagonisten der vormaligen Heizhalle wieder lebendig werden lässt. Es lässt die historische Erinnerung wachwerden und zugleich eröffnet es mittels immersiver Kunst neue Gestaltungsmöglichkeiten und Lebensszenarien. Die Besucher beider Projekte stehen dabei nicht einfach davor wie in einem Museum, sondern sie spazieren - quasi als Protagonisten - mitten durch diese virtuellen Landschaften und treten in Interaktion mit dem Spektakel, in das sie eingetaucht sind.

Zum Kunstkraftwerk: 1863 als Gaswerk errichtet, wechselte die Anlage um 1900 in den Besitz einer Straßenbahngesellschaft und lieferte als Elektrizitätswerk Bahnstrom für die Strecken im Leipziger Westen. 1964 wurde das Gaswerk zum Heizkraftwerk als Teil des VEB Energiekombinats Leipzig umgebaut, in dem bis 1992 drei Kohleöfen brannten. Am 20. Juli 1992 wurde das Werk stillgelegt. Im Jahr 2012 wurde das Gebäude durch die Investoren Maldinger und Löffler-Mantovani gekauft und bis 2015 saniert. Die Fundamente blieben erhalten. So zeugen in den einzelnen Räumen u.a. noch ein Kohletrichter, ein Staubfilter, Dampfverteiler, Förderbänder und die Schaltzentrale von der industriellen Vergangenheit.

Mit dem Kunstkraftwerk besitzt Leipzig einen neuen außergewöhnlichen Kulturstandort. Das ehemalige Heizkraftwerk im Stadtteil Lindenau/Plagwitz hat sich in ein Zentrum für zeitgenössische Kunst und Kultur, zeitgenössisches Design und Kommunikation verwandelt. Diverse Hallen und Räume im Kunstkraftwerk sorgen dafür, dass auf rund 2.300 Quadratmetern Nutzfläche für jeden Anlass der passende Rahmen geschaffen werden kann.

Weitere Infos: www.kunstkraftwerk-leipzig.com

Redaktion: Luise Karwofsky