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„Den ganzen Tag am Strand“ in der G2 Kunsthalle Leipzig

News   •   Jun 07, 2018 10:20 CEST

Edgar Leciejewski, Wand 08.09.2017, Collage, matte und glänzende Farbfotografie auf AluDibond, Glas, Holz, 348 cm x 180 cm © the artist / VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Eine außergewöhnliche Sonderausstellung präsentiert die G2 Kunsthalle Leipzig vom 8. Juni bis zum 23. September 2018. Der Titel „Den ganzen Tag am Strand“ spielt auf die Vorstellung einer vermeintlichen Unproduktivität des Künstlertums an. Um diesen Mythos zur Diskussion zu stellen, wird das Atelier als Ort der Kunstproduktion sowie die Arbeitsweise der Künstler in der Ausstellung dargestellt. Die Schau ist ein Zusammenspiel von Werken Edgar Leciejewskis und Oskar Rinks.

Edgar Leciejewski, der 2003 bis 2011 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig studierte, zeigt Fotografien aus den Jahren 2008 bis heute. Diese dokumentieren Arbeitssituationen in seinem Leipziger Atelier. Der Betrachter entdeckt an die Atelierwand geklebte Fotografien des Künstlers, gefundenes Bildmaterial, Notizen, Zeitungsausschnitte, aber auch Arbeitsgegenstände und -materialien, Büroutensilien, vereinzelt auch Mobiliar und Geräte, Stoffe, verpackte Rahmen sowie kuriose Objekte. In Originalgröße wiedergegebene Dinge scheinen zum Greifen nah. Der Künstler hält mit den fotografischen Bildern Stadien der eigenen Arbeit fest. Gleichzeitig reflektiert er seine Vorgehensweise und den Prozess der Bildentstehung mit den Wandbildern. Betrachtet man das Atelier als Raum der seelischen Verortung des Künstlers, als Ort der Freiheit und Selbstverwirklichung, können die Bilder außerdem als Selbstportraits gesehen werden.

Für die Leipziger Künstlerin Oskar Rink ist das Atelier eine Art Freihandelszone, in der angebliche Gesetzmäßigkeiten und familiäre Prägungen auf die Probe gestellt werden. Die eigene Identität spielt bei Rink eine besondere Rolle. Das männliche Vornamen-Pseudonym entspringt dem Wunsch nach multipler künstlerischer Individualität und bedeutet für Rink, Tochter des 2017 verstorbenen Malers Arno Rink, größere Freiheit und Autonomie. 

Anders als bei Leciejewski bilden Rinks Arbeiten keine Ateliersituationen an sich ab. Vielmehr setzt die Künstlerin sich in ihren abstrakten Kompositionen mit Fundstücken früherer Arbeiten, Situationen und Ecken im Atelier auseinander. Häufig entstehen zunächst Papierkonstruktionen, kleine gebastelte Modelle oder Gerüste, die später in Installationen, Zeichnungen und Gemälden weiterverarbeitet werden. Oskar Rink verbindet in der Malerei und in Papierarbeiten lineare Konstruktionen mit Collageprinzipien und malerische Oberflächen mit Photoshop-artigen Aussparungen, Vorzeichnungen und Radierspuren.

Öffentlich geführte Rundgänge durch die Sonderausstellung werden auf Deutsch und Englisch angeboten und können online auf der Webseite der G2 Kunsthalle Leipzig angemeldet werden. Sonderführungen sind zusätzlich auf Französisch, Italienisch und Russisch möglich. Für Schulklassen gibt es kostenfreie Spezialprogramme.

Die Vernissage findet am 7. Juni 2018 von 18 bis 21 Uhr statt.

Weitere Informationen: www.g2-leipzig.de

Redaktion: Anna-Maria Ebermann